Dreißig Jahre Zwei-plus-Vier-Vertrag
Die internationale Gründungsgeschichte der Berliner Republik

Dreißig Jahre Zwei-plus-Vier-Vertrag

Unterzeichnung des 2+4-Vertrages am 12.09.1990 im Moskauer Hotel "Oktober", Foto: Bundesregierung/ Engelbert Reineke

Das Tagungsprogramm als PDF finden Sie hier

Dreißig Jahre Zwei-plus-Vier-Vertrag:
Die internationale Gründungsgeschichte der Berliner Republik
5. und 6.10.2020

Nachdem im letzten Jahr des Mauerfalls und der friedlichen Revolution in der DDR gedacht wurde, will die wissenschaftliche Tagung in diesem Jahr die internationalen Aspekte des Einheitsprozesses stärker in den Fokus rücken. Im Zentrum stehen die Verhandlungen um den internationalen Zwei-plus-Vier-Vertrag, denn ohne die Zustimmung der ehemaligen vier Hauptsiegermächte, die die Verantwortung für Deutschland als Ganzes hatten, war die deutsche Einheit nicht zu realisieren. Erst nach intensiven Konsultationen unterschrieben Frankreich, die Sowjetunion, Großbritannien und die USA das Vertragswerk und ermöglichten damit ein vereintes und souveränes Deutschland.
30 Jahre später behandelt die Tagung Problemfelder wie Fragen historischer Verantwortung, Fragen nationaler Souveränität, europäischer Integration und europäischer Sicherheitsarchitektur. Aus historischer Perspektive sollen Erwartungen und Auswirkungen des Vertrages neu vermessen werden.
Auf einer abendlichen Podiumsdiskussion am 5. Oktober erhalten Spitzendiplomaten aus Frankreich, Russland, dem Vereinigten Königreich und den USA das Wort.

Begrüßung Jürgen Lillteicher (Berlin) und Andreas Wirsching (München)

Interview mit Hélène Miard-Delacroix (Paris): Abschied vom Kalten Krieg: Das internationale System seit Mitte der 1980er Jahre

Interview mit Helmut Altrichter (Nürnberg): Aufbruch oder Untergang? Die Sowjetunion und die Auflösung der Blöcke

Interview mit Wanda Jarząbek (Warschau): Rückkehr nach Europa oder zum Nationalstaat? Die ostmittel- europäischen Staaten im Umbruch

Interview mit Hermann Wentker (Berlin): Die KSZE als Ordnungsfaktor: Höhenflug und Absturz einer Idealvorstellung europäischer Politik

Podiumsdiskussion: Die vier Mächte und die deutsche Einheit

Moderation: Andreas Wirsching (München)
Gäste:
Robbie Bulloch, Geschäftsträger, Britische Botschaft; Christina Higgins, Gesandte-Botschaftsrätin für öffentliche Angelegenheiten, U.S.-Botschaft, Viktor Sazonow, Erster Botschaftsrat, Botschaft der Russischen Föderation; Hélène Miard-Delacroix (Paris)

Interview mit Jürgen Lillteicher (Berlin): Reparationen, Entschädigungen und die deutsche Frage

Interview mit Andreas Wirsching (München) über die Konferenz "Dreißig Jahre Zwei-plus-Vier-Vertrag"

Interview mit Andreas Zimmermann (Potsdam): Volle Souveränität? Kontinuität alliierten Rechts, Eigentumsfragen und völkerrechtliche Verträge

Interview mit Dominik Geppert (Potsdam): Viertes Reich oder Normalisierung? Die britische Wahrnehmung Deutschlands nach 1990

Interview mit Wolfgang Mueller (Wien): Die Wiedervereinigung als sowjetische Niederlage: Die Entstehung eines neuen Geschichtsbilds nach 1990 in Russland

Interview mit Konrad Jarausch (Chapel Hill): Partner in Leadership oder zögerlicher Weltpolitiker? Das vereinigte Deutschland aus der Sicht Washingtons in den 1990er Jahren

Panel 1: Der Weg zur deutschen Einheit

Moderation: Agnes von Bressensdorf, Berlin;
Vortrag 1: „Abschied vom Kalten Krieg: Das internationale System seit
Mitte der 1980er Jahre, Hélène Miard-Delacroix, Paris (Beginn: 3:05);
Vortrag 2: „Aufbruch oder Untergang? Die Sowjetunion und die Auflösung der Blöcke”, Helmut Altrichter, Nürnberg (Beginn: 24:56);
Vortrag 3: „Rückkehr nach Europa oder zum Nationalstaat? Die ostmitteleuropäischen Staaten im Umbruch”, Wanda Jarząbek, Warschau (Beginn: 50:36)

Q & A Panel 1: Der Weg zur deutschen Einheit

Panel 2: Ordnungsentwürfe für die Gegenwart

Moderation: Bernd Rother, Berlin;
Vortrag 1: „Die KSZE als Ordnungsfaktor: Höhenflug und Absturz einer Idealvorstellung europäischer Politik”, Hermann Wentker, Berlin (Beginn: 1:00);
Vortrag 2: „Friedensdividende: Abrüstung und der Wandel der Militärallianzen”, Tim Geiger, Berlin (Beginn 22:35);
Vortrag 3: „Führungsduo: Die USA, die Bundesrepublik und die Herstellung der deutschen Einheit”, Mary Elise Sarotte, Washington (Beginn: 45:47)

Q & A Panel 2: Ordnungsentwürfe für die Gegenwart

Panel 3: Die Hypotheken der Vergangenheit

Moderation: Sina Steglich, London;
Vortrag 1: „Reparationen, Entschädigungen und die deutsche Frage”, Jürgen Lillteicher, Berlin (Beginn: 0:42);
Vortrag 2: “Die Grenzen des vereinigten Deutschlands”,
Włodzimierz Borodziej, Warschau (Beginn: 26:40);
Vortrag 3: „Volle Souveränität? Kontinuität alliierten Rechts,
Eigentumsfragen und völkerrechtliche Verträge”,
Andreas Zimmermann, Potsdam (43:46)

Q & A Panel 3: Die Hypotheken der Vergangenheit

Panel 4: Bilder von Deutschland bei den ehemaligen Siegermächten nach 1990

Moderation: Jörg Morré, Berlin;
Vortrag 1: „Viertes Reich oder Normalisierung? Die britische Wahrnehmung Deutschlands nach 1990”, Dominik Geppert, Potsdam (Beginn: 4:13);
Vortrag 2: „Die Wiedervereinigung als sowjetische Niederlage: Die Entstehung eines neuen Geschichtsbilds nach 1990 in Russland”, Wolfgang Mueller, Wien (Beginn: 28:14);
Vortrag 3: „30 Jahre Deutsche Einheit aus französischer Sicht:
eine sehr emotionale Wahrnehmung”, Caroline Moine, Berlin (Beginn: 49:10);
Vortrag 4: “Partner in Leadership oder zögerlicher Weltpolitiker?
Das vereinigte Deutschland aus der Sicht Washingtons in den 1990er Jahren”, Konrad Jarausch, Chapel Hill (Beginn: 1:14:10)

Q & A Panel 4: Bilder von Deutschland bei den ehemaligen Siegermächten nach 1990

Abschlusskommentar: Scott Krause (Berlin)